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Das Lotterleben der Pinguine

From: Hannes Bongard 

Das Lotterleben der Pinguine: Liebe gegen Bezahlung  
   
BM/SAD London - Das älteste Gewerbe der Welt gibt es nicht
nur beim Homo Sapiens. Liebe gegen Bezahlung kommt auch im 
Tierreich vor. Bei einem Forschungsprojekt der Universitäten 
Cambridge (England) und Otago (Neuseeland) in der Antarktis 
haben Zoologen erstmals Pinguin-Weibchen beim Fremdgehen zum 
"Anschaffen" beobachtet und gefilmt.  
   
Die Weibchen ließen sich von Junggesellen für amouröse Dienstleistungen 
bezahlen. Das Zahlungsmittel: Das Kostbarste, was es für Pinguine 
gibt - kleine Steinchen für den Nestbau, die sehr schwer zu finden sind.  
   
Die Zoologin Dr. Fiona Hunter aus Cambridge und ihr Kollege 
Dr. Lloyd Davis beobachteten dieses "unmoralische" Verhalten 
der Vögel auf Ross Island, 1300 Kilometer vom Südpol entfernt. 
Sie berichteten darüber in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift AUK.  
   
Die Weibchen, so stellten die Wissenschaftler fest, legten sich nicht 
etwa einen "Liebhaber" zu. Sie verkauften knallhart Sex für die härteste
"Währung" im Reich der Pinguine. Immerhin waren sie so taktvoll, 
ihre Spritztouren zum "Anschaffen" in die Zeit zu verlegen, 
in der ihre Männchen zum Steinesuchen oder Jagen unterwegs waren.  
   
Dr. Hunter zufolge kommt es zum Beginn der Brutzeit zu der 
"Extra-Paar-Kopulation", wie das Phänomen wissenschaftlich genannt 
wurde. Die Pinguine bauen in dieser Zeit möglichst hochgelegene 
Nester auf einer sicheren, trockenen Anhöhe für die Eier. Haben sie 
genug gefrorenes Geröll gesammelt, versuchen sie, mit ihren Schnäbeln 
die Steinchen für den Nestbau herauszupicken, eine mühsame und 
langwierige Arbeit. Die Steinchen sind so wertvoll, daß sie immer wieder 
gestohlen werden. Die Weibchen haben eine zweite Strategie entwickelt.  
   
Dr. Hunter: "Die Weibchen sind darauf gekommen, daß man auch gegen 
Liebesdienste als Bezahlung an Steinchen aus fremden Nestern kommen
kann. Sie stehlen sich von ihrem Nest weg und watscheln zum Nest
eines Junggesellen. Dann beginnt das Werbungsritual. Das Weibchen 
signalisiert Interesse an Sex durch Neigen des Kopfes und verstohlene 
Blicke aus dem Augenwinkel. Zeigt sich das Männchen interessiert,
 streckt sich das Weibchen der Länge nach auf dem Boden aus, in der
Sprache der Pinguine eine Einladung zur Paarung." Kaum ist der "Liebesakt" 
vorbei, nimmt das Weibchen den "Sündenlohn" in Empfang, ein
 Steinchen, 
und trägt es zu ihrem eigenen Nest hinüber. Manchmal sind die "Kunden" 
so zufrieden, daß die "Ehefrauen" sich noch ein paar Steinchen 
abholen dürfen, ohne daß die Beglückten auf "Bezahlung" bestehen.
   
Es kam auch vor, daß einsame Männchen schon zahlungsbereit waren, wenn 
ein Weibchen ihnen schöne Augen machte. Die beiden Zoologen beobachteten 
ein Weibchen, das sich auf die Kunst der Verführung so gut verstand, daß
es 62 Steinchen von Junggesellen einheimste, ohne auch nur ein einziges 
Mal dafür mit der eigenen Haut herhalten zu müssen. Eine Pinguin-Eva, 
die bei den verliebten Männchen einen "Stein im Brett" hatte.  
   
Die Wissenschaftler gehen bei der Auswertung ihrer Beobachtungen 
einen Schritt weiter mit der Frage, ob die "Hurerei" bei Pinguinen 
womöglich für die Erhaltung der Art von Nutzen sei. Ein Männchen 
verliert zwar einige seiner Steinchen, erhöht aber seine Chance,
sich wenigstens "außerehelich" zu vermehren. Das betrogene Männchen 
weiß nicht mit Sicherheit, von wem die Eier sind, die seine Nestpartnerin legt.  
   
Dr. Hunter spekulierte: "Vielleicht ist das Weibchen nicht nur hinter den
Steinen her, vielleicht paart es sich mit einem zusätzlichen Männchen
auch, um die Qualität oder die genetische Variabilität zu verbessern."  
   
Eine weitere Vermutung: Die kluge Frau baut vor - auch bei Pinguinen. 
Sie lacht sich schon einen neuen Partner für die nächste 
Brutzeit an für den Fall, daß ihr "Alter" vorher gefressen wird oder 
tödlich verunglückt. Das Liebesleben der Pinguine ist so kompliziert, 
daß die beiden Wissenschaftsvoyeure ein zweites Forschungsprojekt 
in der Antarktis planen.  
   
Berliner Morgenpost, vom: 27.02.1998  

Sponsored by: Urs
Datum: 23.11.2001

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